1. Aus der Wiege der Färberkunst ...
2. Gründung einer eigenen Färberei
3. Vom Färben zum Reinigen
4. Grosse Umbauten zum 50-Jahrjubiläum
5. Umfangreiche Modernisierungen ab Ende der 60er Jahre
6. Grosse Investitionen
7. Installation professioneller Nassreinigungs-Systeme
8. Blick in die Zukunft
Der Gründer der Firma Sander, Heinrich Peter Sander wurde 1878 in Buxtehude in Norddeutschland geboren. Seine Heimat ist die Wiege der Färberkunst in Europa und war schon zur Zeit Karl d. Großen - also vor über 1000 Jahren - dafür berühmt.

Und so lernte der junge Heinrich Peter das Färberhandwerk. Als eine Kunst mit hundert Geheimnissen war die Färberzunft sehr geachtet und hatte das Privileg Schwert zu tragen.

H.P.S kam Ende des letzten Jahrhunderts als Wanderbursche nach Bludenz und arbeitete vor der Jahrhundertwende als Geselle bei Carl André Mayer in der Wichnerstraße, dort wo sich heute die Central-Apotheke befindet.
Im Jahre 1900 gründete er mit seiner Gattin Katharina - einer gebürtigen Heidelbergerin - eine eigene Färberei in einer gemieteten Waschküche in der St.-Peter-Straße.

Nach dem Konkurs seines Meisters Mayer erwarb er dessen Färberküche und hatte seinen Standort also für über 10 Jahre in der Wichnerstraße. 1913 erfolgte dann die Übersiedlung in das neuerbaute Wohn- und Geschäftshaus in der Klarenbrunnstraße, wo noch heute die Firma Sander ihren Sitz hat.

Im 1. Weltkrieg 1916 fiel dann H.P.S in Frankreich und so führten seine Gattin und der älteste Sohn Heinrich Wilhelm Sander - damals erst 16jährig - den Betrieb weiter.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Färben aber durch das Aufkommen und die starke Verbreitung der Kunstfasern immer aufwendiger und komplizierter. Und so kam in den 20er Jahren das Reinigen von Textilien dazu und dominierte immer mehr das Geschäft.

1927 erfolgte dann ein Zubau, da eine Vergrößerung der Bügelei notwendig geworden war.

Heinrich Wilhelm übernahm dann 1930 den Betrieb und führte ihn mit seiner aus dem schweizerischen St. Gallen stammenden Frau Anni und unter tatkräftiger Mithilfe ihrer Töchter Annemie, Margrit und Gerlind erfolgreich weiter.

Der 50. Geburtstag des inzwischen landesweit aktiven Bludenzer Unternehmens wurde zum Anlaß genommen, weitere Zu- und Umbauten vorzunehmen. So wurden u.a. das Kesselhaus für die Dampferzeugung und der Reinigungstrakt erstellt.

Im Jahre 1962 wurde dann die neue Produktionshalle errichtet, in der bis heute die Detachur, die Bügelei und die Expedition untergebracht sind.

Im Jänner 1963 trat Rudi Fleisch als Schwiegersohn von Heinrich W. Sander in die Geschäftsleitung ein und nahme die Geschicke des Unternehmens zielstrebig in die Hand.

Von 1980 - 1996 war auch sein Schwager, Dipl.-Ing. Viktor Rinderer als Mitinhaber an der Firma Sander beteiligt.
Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre erfolgte dann eine gravierende Umstellung in der Organisation der Bügelei und der Expedition. Förderbänder wurden installiert, eine speziell für das Unternehmen konzipierte Fakturiermaschine wurde in Betrieb genommen. So konnten neben der guten Qualität auch kürzere Lieferzeiten angeboten werden.

In den darauffolgenden Jahren wurden dann auch die Arbeitsräume modernisiert und klimatisiert, Büro und Wäscherei sowie der Laden wurden umgebaut und Betriebswohnungen geschaffen.

Beginnend in den 60er Jahren bis heute wurde das Filial- und Annahmestellen-Netz ständig erweitert und modifiziert.
Gleichzeitig erfolgte der Auf- und Ausbau des Hotel- und Privat-Kunden-Services.

1990 wurden neue Reinigungsmaschinen in Betrieb genommen, wie auch beginnend in den 80er Jahren bis heute laufend Verbesserungen im Bereich des Umweltschutzes vorgenommen wurden.

Weiters erfolgte damals auch eine Umstellung in der Warenerfassung, Fakturierung und Verwaltung durch die Anschaffung von mit einander vernetzten Personalcomputern.

Im Jahre 1992 wurde dann auch Markus, der Sohn von Rudolf Fleisch, hauptberuflich im Unternehmen tätig, der 1999 als engagierter Fachmann in die Geschäftsleitung aufrückte.
1994 und 1999 wurde in professionelle Naßreini-
gungs-Systeme investiert, um dem veränderten Kundenverhalten und neuen Trends in der Bekleidung Rechnung zu tragen. In den letzten Jahren nahm die Bearbeitung von Teilen in der Wäscherei und in der Naßreinigung erheblich zu; Teppiche und alle Arten von Decken und Polstern sowie Großaufträge durch das Militärkommando waren in erster Linie Grund für diese Expansion.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Firma Sander durch die erwähnten Nassreinigungssysteme auch in der Veredelungstechnik ein gefragter Partner der Textilindustrie. Durch komplexe mit viel Akribie auf die jeweiligen Anforderungen speziell abgestimmte Waschverfahren und lange Trockenprozesse kann Stoffmustern oder konfektionierten Kleidungsstücken der notwendige Auswascheffekt bzw. der gewünschte Griff verliehen werden.

In den letzten Jahren kam es zu einer Umstellung in der Bügeltechnik durch die Anschaffung von drei hochmodernen Saug-Blas-Bügeltischen. Und zudem erfolgte noch die Installation eines speziellen Hemden-Finish-Systems mit Kragen- und Manschettenpresse sowie einer Hemdenbüste.

Im Sommer 2004 erfolgte der Einstieg in die professionelle Bearbeitung von Flachwäsche. Um der Gastronomie aber auch Privatkunden einen effizienten und qualitativ hochwertigen Service im Bereich Tisch- und Bettwäsche zu bieten, wurde eine leistungsfähige Muldenmangel angeschafft und in den Betriebsablauf optimal eingefügt.
Die Aufgabe der Firma Heinrich Sander wird es in den nächsten Jahren sein, das Aufkommen und die Einsatzfähigkeit neuer Lösemittel zu prüfen und damit die Reinigungstechnik auf dem neuesten Stand zu halten. Weiters ist für die Zukunft eine Umstellung des betrieblichen Ablaufs durch Zu- und Umbaumaßnahmen geplant, um eine rationellere und effizientere Arbeitsplatzgestaltung und Organisation gewährleisten zu können und somit weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben und die Kundenbedürfnisse bestmöglich befriedigen zu können.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sowohl im anspruchsvollen Nassreinigungsbereich aber auch in der typischen Wäscherei hoffnungsvolle Ansatzpunkte für Neuerungen und Erweiterungen gegeben sind.